Retten wir den Olivaer Platz!

Bürgerinitiative Olivaer Platz e.V. 



Bericht vom 1. Runden Tisch zur Umgestaltung des Olivaer Platzes am 26.3.2015


Der 1. Runde Tisch fand leider unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Von der Bürgerinitiative Olivaer Platz waren dennoch zunächst zwei weitere Vertreter als Zuhörer gekommen. Die beiden haben – nachdem es einzelnen Protest gegen ihre Teilnahme gab – jedoch den Raum verlassen müssen.
Insgesamt waren 26 Vertreter der unterschiedlichen Institutionen und Vereinigungen eingeladen.

Im Nachfolgenden die wichtigsten Punkte, die am Runden Tisch besprochen wurden:

Lt. Herrn Baustadtrat Schulte findet hinsichtlich des Bebauungsplanverfahrens 4-42 derzeit eine Auswertung der im Rahmen der Beteiligung der Öffentlichkeit eingegangenen Stellungnahmen statt. Es wurden Begehungen zu den Baumstandorten auf dem Olivaer Platz durchgeführt mit dem Ziel, die vorgesehenen Baumfällungen des Rehwaldt-Entwurfs zu reduzieren.

Die Bürgerinitiative Olivaer Platz benennt ihre Forderungen: Im Wesentlichen den Erhalt der vorhandenen Bäume und Gehölze sowie die weitestgehende Beibehaltung der Grünanlage in ihrer historisch gewachsenen Gestalt und den Erhalt des Parkplatzes. Baumfällungen und großflächige Versiegelungen sind zu vermeiden.

Der Förderkreis Neuer Olivaer Platz, spricht sich für die Umgestaltung des Platzes aus und unterstützt den Rehwaldt-Entwurf. Der Rehwaldt-Entwurf sieht unter anderem vor, eine größere zusammenhängende Freifläche zu schaffen, Wege sollen neu sortiert werden – dunkle Ecken sollen vermieden werden. Rehwaldt signalisiert seine Bereitschaft zur Weiterentwicklung seines Planes hin zu einer Kompromisslösung.

Eine Vertreterin der SPD berichtet von den drei Begehungen in der letzten Zeit, dabei wurden insbesondere die zu breit empfundene geplante Promenade, die als erhaltenswert erachteten Mauern und die als positiv angesehene Größe des neuen Spielplatzes thematisiert.
Der Förderverein Neuer Olivaer Platz argumentiert im Hinblick auf die geplante Umgestaltung mit einer Verringerung der versiegelten Fläche um etwa 9 % und im Ergebnis der Baumfällungen und der Neupflanzungen mit einem Plus von 15 Bäumen. Dies stelle eine deutliche Verbesserung des IST-Zustandes dar.

Die Bürgerinitiative Olivaer Platz stellt dieses Ergebnis in Frage und legt eigene Berechnungen vor, die eine Verdoppelung des Versiegelungsgrades zum Ergebnis hat. Darüber hinaus werden die einzelnen Forderungen der BI aufgelistet – diese finden Sie hier.
Der Berliner Behindertenverband verweist auf die UN-Behindertenrechtskonvention und spricht sich für einen barrierefreien Spielplatz aus. Die CDU unterstützt diesen Wunsch unabhängig von der Standortentscheidung. Die CDU wünscht sich einen Kompromiss zwischen Planung und IST-Zustand, wünscht sich allerdings auch einen „lichteren“ Platz.

Der Förderkreis Neuer Olivaer Platz unterstreicht noch einmal Barrierefreiheit für alle Nutzungsangebote im Park.
Die SPD erachtet die Historie des Platzes auch für wichtig, weist aber darauf hin, dass der Olivaer Platz immer ein grüner Platz war, transparent und ohne Mauern, auch die Fläche hinter den Mauern zur Lietzenburger Straße gehört in den Park eingebunden. Die neue Grünanlage sollte aus Gründen der besseren Pflegbarkeit schlicht gehalten sein.

Die Grünen unterstreichen diesen Wunsch und plädieren für die Vergrößerung der Grünfläche durch den wachsenden Wohnraum im Einzugsgebiet. Es wird von den Grünen ergänzt, dass der Platz in seiner jetzigen Gestalt nicht funktioniert und keine Aufenthaltsqualität bietet.

Das Architekturbüro Rehwaldt merkt an, dass die versiegelte Fläche um das geplante Cafe ausreichend bemessen sein sollte, um das Betreten der Grünfläche zu vermeiden (Anmerkung d. Verf.: Es handelt sich dabei um eine ca. 40 m breite Fläche im Winkel zwischen Konstanzer Straße und Lietzenburgen Straße und damit die Öffnung des Parks hin zu zwei 4-spurigen Straßen, etwa im Bereich der heutigen Beete und Rabatten).

Es sollte eine robuste Art der Versiegelung gewählt werden – auch eine wassergebundene Decke ist vorstellbar. Die Integration vorhandener Elemente ist grundsätzlich vorstellbar, muss sich aber ins Gesamtkonzept einfügen und in Maßen erfolgen.

Die IHK wendet ein, dass bei einer Reduzierung der Stellplätze auf Null die Belange der Wirtschaft nicht ausreichend berücksichtigt werden. Themen wie Elektromobilität, Carsharing und moderne Beleuchtungskonzepte finden keine Berücksichtigung. Auch der Bau einer Tiefgarage wurde in der Vergangenheit diskutiert. Der Baustadtrat stellt dar, dass es in keinem der Angebote zur Tiefgarage nähere Angaben zur Finanzierung bzw. zur Übernahme der Kosten gab.


Abschließend schlägt der Baustadtrat als Diskussionsgrundlage für den nächsten Runden Tisch drei Punkte vor:
- Maßvolle Integration vorhandener Elemente (wie Mauern) in die Parkanlage
- Reduzierung der Versiegelung im Bereich der Promenade
- 2 neue Varianten hinsichtlich der Stellplätze à 30 und à 60 Stellplätze.


Der Beauftragte für Menschen mit Behinderungen rückt die barrierefreie Gestaltung des Olivaer Platzes noch einmal in den Fokus und unterstreicht die Wichtigkeit.
Die CDU plädiert für den Erhalt der 123 Stellplätze und verweist auf einen früheren Kompromiss der 100 Stellplätze vorsah, aber nicht mehr relevant ist. Der desolate Spielplatz steht außer Frage, verbessert sich bei mangelnder Pflege allerdings nicht, wenn er größer wird.
Der Förderkreis fordert mehr Grünfläche vor der Hintergrund der zunehmenden Nachverdichtung im Quartier und nennt hier als positives Beispiel den Lehniner Platz, der trotz fehlender Stellplätze kein Ladenleerstand zu verzeichnen hat.
Die AG City spricht sich für die Variante 120 Stellplätze aus, die Grünen dagegen für Null.
Die CDU möchte Vorschläge zu 60 und 90 Stellplätzen, die IHK zu 30, 60 und 90 und bietet an, aktuelle Verkehrszahlen zu liefern.
Der Förderkreis regt an, bei den verschiedenen Varianten die jeweiligen Auswirkungen auf die Umwelt, den Verkehr und den Haushalt aufzuzeigen.
Zum nächsten Runden Tisch werden Alternativvorschläge durch Rehwaldt erarbeitet mit:
Varianten für die Stellplätze (30, 60, 90, 120) und die maßvolle Integration vorhandener Element sowie Reduzierung der Versiegelung im Bereich der geplanten Promenade


Abschließend bleibt anzumerken: 

Es gab nichts Neues am Runden Tisch, die unterschiedlichen Meinungen zur Umgestaltung wurden noch einmal aufgezeigt, aber nicht mehr diskutiert.
Nun sollen Alternativvorschläge durch den Landschaftsarchitketen Rehwaldt aufgezeigt werden, mit dem Ziell, eine Variante zu finden, die zu einem Kompromiss führen könnte.

Realistisch ist das wohl nicht. Zwischen 0 Stellplätzen und 120 ist eine gewaltige Diskrepanz zu überbrücken. Bei der Fällung der Bäume auch – geht es nach uns, der Bürgerinitivative Olivaer Platz, können von den Fällungen nur nachweislich kranke Bäume betroffen sein. Alle anderen wollen wir erhalten wissen, genauso wie das Gehölz und die wunderschönen Schmuckbäume im Park. Barrierefreiheit am Platz und am Spielplatz finden auch wir wichtig und nicht nur hier am Olivaer Platz.
Wir sehen Kompromisse hinsichtlich der Einbeziehung der Grünflächen an der Lietzenburger Straße, diese können in den Park mit einbezogen werden – mit geringem Aufwand.

Unser Park funktioniert gut und hat trotz seiner Defizite eine hohe Frequentierung, wie unsere wöchentlichen Bilder zeigen. Aber es mangelt an Pflege und Instandsetzung, dafür ist der Bezirk zuständig. Bezieht man die heute ungenutzten Flächen in eine Kompromisslösung ein,  ist der Park groß genug für Alle.

Die Straßenbauarbeiten im südlichen Straßenbereich des Olivaer Platzes führen gegenwärtig zum Verlust von ca. 40 Stellplätzen. Bereits dieser (im Vergleich zur Schließung des Parkplatzes vergleichsweise geringe) Stellplatzverlust führt zum Chaos in den umliegenden Wohnstraßen durch Parkplatzsuchverkehr.


Wir berichten weiter.


Forderungen der Bürgerinitiative Olivaer Platz beim 1.Runden Tisch ... weiterlesen